Fitable
Home » Gesundheit » Ich habe Bluthochdruck! Und jetzt?

Ich habe Bluthochdruck! Und jetzt?

Ich habe Bluthochdruck! Und jetzt?

Wenn Sie sich sicher sein können, das Sie unter Bluthochdruck leiden, dann direkt der erste Tipp: Durchatmen! Stress ist eine der möglichen Ursachen für zu hohen Blutdruck.

Mit Bluthochdruck ist man nicht allein

Fast jeder Dritte in Deutschland ist von Bluthochdruck betroffen. In der medizinischen Fachsprache bezeichnet man Bluthochdruck als Hypertonie. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck zu erkranken. Aber auch jüngere Menschen haben zu hohen Blutdruck: ca. 10% der unter 40-Jährigen leiden unter zu hohem Blutdruck. Bei den Männern sind es sogar ca. 16%, mit steigender Tendenz in den letzten Jahren [1].

Hypertonie kann man, je nach Ursache, gut in den Griff bekommen. Wer Jahre oder Jahrzehnte lang unter zu hohem Blutdruck leidet, schädigt sein Herz-Kreislauf-System. Die Folge können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihren Bluthochdruck behandeln! Ca. 12% der Bluthochdruck-Patienten lassen sich nicht behandeln und ca. 20% wissen nichts von ihrer Krankheit.

Bluthochdruck Ursachen

Ist die Ursache für den zu hohen Blutdruck bekannt, kann man darauf die Therapie aufbauen. Es gibt zwei Typen von Bluthochdruck:

  1. Primäre Hypertonie oder essentielle Hypertonie
  2. Sekundäre Hypertonie

Bei der sekundären Hypertonie ist der Bluthochdruck die Folge einer anderen Erkrankung. Dieser Fall ist relativ selten (15 %).

Die primäre Hypertonie wird durch familiäre Vorbelastung (Disposition) und anderen Faktoren hervorgerufen. Zu diesen zählen:

  • Stress
  • Schlechte/Falsche Ernährung (insb. zu viel Salz)
  • Alkohol
  • Übergewicht
  • Mangelnde Bewegung
  • Rauchen

Wie kann ich meinen Blutdruck senken?

Zu wissen, das man Bluthochdruck hat, und den Willen, diesen zu behandeln, ist der erste Schritt in die richtige Richtung!

Die Behandlung der Hypertonie sollte immer in Rücksprache mit einem Arzt erfolgen! Es ist von Bedeutung, das Sie Ihrem Arzt vertrauen und die von ihm vorgeschlagene Therapie nachvollziehen können. Warum? Wenn Sie selbst nicht voll und ganz dahinter stehen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, das Sie eine laufende Behandlung abbrechen. Wenn Sie sich unsicher sind, suchen Sie einen weiteren Arzt auf, am besten einen Kardiologen, der auf die Behandlung von Bluthochdruck spezialisiert ist. Medien wie diese Webseite, können nur informieren und ersetzen nicht die Diagnose und Therapie eines Facharztes.

Stress erhöht den Blutdruck

Es ist völlig normal das Stress den Blutdruck erhöht: Unter Stress wird dem Körper signalisiert, dass er leistungsfähig sein muss. Dazu benötigt er einen höheren Blutdruck.

Wird der Stress zum „Dauerstress“, kann es gefährlich werden: Der Körper kommt „innerlich“ nicht mehr zur Ruhe. Das macht sich dann durch einen zu hohen Blutdruck im Tagesmittel oder einem zu geringen Absinken des Blutdrucks bei Nacht bemerkbar. Sind die Werte über einen längeren Zeitraum zu hoch, spricht man von Bluthochdruck.

Stress ist nur eine der möglichen Ursachen für Bluthochdruck. Es ist anzunehmen, dass der Anteil, bei dem Stress die Hypertonie begünstigt, zunehmend ansteigt. Insbesondere bei Frauen und Männern unter 40 Jahren ist eine stressbedingte Hypertonie häufiger anzutreffen als noch vor Jahrzehnten. Dies liegt in großen Teilen an der gesellschaftlichen Entwicklung: Früher war der Tagesablauf viel geregelter als heute. Ein geregelter Tagesablauf mindert das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

Ist Stress die oder einer der Ursachen für den Bluthochdruck, kommen Therapien in Frage, die den Stress reduzieren:

  • Sport/Bewegung: Sport und Bewegung können Stress abbauen, vorausgesetzt sie sind wohl dosiert. 3-4x pro Woche, eine halbe bis ganze Stunde sind schon völlig ausreichend. Mit Bluthochdruck sollten Sie beim Training Ihren Puls im Blick behalten, um ein Übertraining zu vermeiden.
  • Autogenes Training: Durch Autosuggestion, das stille wiederholte Aussprechen von Formeln, versetzt man sich selbst in einen Zustand der Entspannung.
  • Progressive Muskelentspannung
  • Meditation: Neben Kursen eignen sich auch Meditations- oder Achtsamkeits-Apps.
  • Zeitmanagement: Ist der Stress durch den Beruf oder Familienalltag bedingt, kann ein verbessertes Zeitmanagement helfen, den Blutdruck zu senken.
  • Ausgleich im Alltag: Ausfüllende Hobbys, eine gesunde Beziehung, ein gesundes Familienleben, Freunde und die eigene Einstellung können ebenfalls helfen, Stress zu reduzieren und den Blutdruck zu senken.

Das Salz in der Suppe …

… ist nicht gut für Ihren Blutdruck! In der heutigen Gesellschaft ist der Salzkonsum viel zu hoch! Wenn Sie sich mal die Nährwertangaben der ein oder anderen (Fertig-)Mahlzeit ansehen, werden Sie feststellen, das diese schon häufig 50-90% des Tagesbedarfs von 2 Gramm Salz decken - und das mit nur einer Mahlzeit! Viele Menschen nehmen daher täglich die 5- bis 7-fache Menge an Natrium zu sich.

Natriumarme Ernährung muss nicht langweilig sein: Es gibt viele Gewürze, die völlig ohne Salz auskommen und das Essen trotzdem ausreichend würzen. Leider muss man dafür in den meisten Fällen schon selbst den Kochlöffel schwingen. Frisch Gekochtes ist sowie so gesünder als Fertigprodukte.

Doch was hat Salz mit Bluthochdruck zu tun? Erhöhter Natriumkonsum ist eine mögliche Ursache für Bluthochdruck, allerdings nur bei salz-empfindlichen Menschen. Salz ist grundsätzlich nicht schlecht, trotzdem empfiehlt es sich, den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesbedarf von 2 Gramm nicht deutlich zu überschreiten.

Alkohol fördert Bluthochdruck

Alkohol hat selten einen positiven Einfluss auf unseren Körper, auch wenn hier da dem Alkohol eine positive Wirkung zugesprochen wird. Die meisten Menschen lesen diese Berichte aber nicht ganz und hören mal wieder nur das, was sie hören wollen. Wie immer kommt es auf das Maß an: Wer täglich keine oder geringe Mengen Alkohol zu sich nimmt, der ist auf der sicheren Seite. Bei Männern sind das 20g, was einem Glas Wein entspricht, bei Frauen die Hälfte davon.

Das bedeutet nicht, dass Sie nicht hin und wieder ausgelassen feiern dürfen. Nur der regelmäßige Konsum von Alkohol sollte möglichst gering ausfallen, ansonsten riskiert man Bluthochdruck oder Schlimmeres.

Hypertonie und Übergewicht

Bluthochdruck wird klassisch mit Übergewicht in Verbindung gebracht. Fakt ist aber, dass es sich auch hier nur um eine der möglichen Ursachen für Hypertonie handelt. Insbesondere in der Gruppe der unter 40-Jährigen finden sich viele Bluthochdruck-Patienten mit Idealgewicht, die zudem sportlich aktiv sind.

Ist Übergewicht die Ursache für den zu hohen Blutdruck, lässt sich durch Abnahme des Körpergewichts der Blutdruck meist sehr effektiv senken. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man sportlich aktiv sein und auf die richtige Ernährung achten. Reines „Runterhungern“ wird nicht empfohlen.

Entscheidend ist, den Gewichtsverlust kontrolliert und mit Plan anzugehen. Dabei können Tools wie Fitness-Armbänder, WLAN-Waagen und Fitness-Apps helfen. Natürlich machen diese nur einen Teil des Ganzen aus.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Wer sich bewegt, der bleibt fit! Bewegung muss nicht immer gleich Sport sein, auch ein ausgedehnter Spaziergang hält fit und wirkt gleichzeitig entspannend. Mangelnde Bewegung ist eine weitere mögliche Ursache für Bluthochdruck.

Zu viel Bewegung und Sport kann aber auch schaden: Wird der Sport zum Stress, begünstigt er hohen Blutdruck. Daher ist es wichtig, insbesondere wenn man bisher eher auf der Couch anzutreffen war, langsam mit der sportlichen Aktivität zu beginnen und diese kontinuierlich zu steigern.

Ob Krafttraining bei Bluthochdruck sinnvoll ist, da scheiden sich die wissenschaftlichen Geister: Insbesondere Training mit hohen Gewichten, bei dem es in kürzester Zeit zu extremer Belastung kommt, ist bei Hypertonie weniger zu empfehlen. Progressiver Muskelaufbau z.B. durch Training mit dem eigenen Körpergewicht, ist da schon eher geeignet.

Ideal sind aber Ausdauersportarten wie Laufen und Schwimmen. Diese senken durch kontinuierliches Training den Puls in Ruhe und bei Belastung, sowie den Blutdruck. Natürlich müssen Sie dafür nicht zum Marathon-Läufer werden! Aber: Kleinere Wettbewerbe, wie ruhige 5- bis 10-km-Läufe, können Sie motivieren am Ball zu bleiben. Für alle Technik-Begeisterten sorgt ein passendes Fitness-Armband für den notwendigen Motivationsschub!

Blutdrucksenkende Medikamente

Blutdrucksenkende Medikamente wie Betablocker können helfen den Blutdruck zu senken, wenn die zuvor beschriebenen natürlichen Maßnahmen nicht funktionieren oder es schon „5 vor 12“ ist, und der Blutdruck möglichst schnell gesenkt werden muss.

Wichtig ist: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt erklären, warum er Ihnen dieses Medikament verschreibt und was die Nebenwirkungen sind. Lesen Sie den Beipackzettel! Sollte es aufgrund von erheblichen Nebenwirkungen zu einer Verminderung Ihrer Lebensqualität kommen, diskutieren Sie das sofort mit Ihren Arzt.

Andere Ursachen

Bluthochdruck kann auch durch andere Erkrankungen verursacht werden, man spricht dann von sekundärer Hypertonie. Um den Blutdruck zu senken, muss die primäre Erkrankung behandelt werden. Beispiele für Erkrankungen, die sich Blutdruckerhöhend auswirken:

  • Nierenerkrankungen
  • Hormonelle Störungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • Erkrankung der Nebennierenrinde

Ich habe Bluthochdruck! Und jetzt?

Die Diagnose Bluthochdruck sollte ernst genommen werden, aber keineswegs unnötige Angst verbreiten. Wer über seinen Bluthochdruck Bescheid weiß und sich in professionelle Behandlung begibt, der ist auf dem richtigen Weg!